26.06.2018 • Nachdem wir gestern bei einem Spaziergang durch die Stadt die Eindrücke des Rundgangs mit Judith verarbeitet und auch ohne Flugschau den Blick vom Burgberg genossen haben,
endete der Tag mit einem erholsamen Bad im Lukács-Thermalbad.
Heute lassen wir uns bei einem geführten Stadtrundgang das jüdische Viertel zeigen. Gestern hatten wir bereits das Mahnmal „Schuhe am Donauufer“ besucht, das an die Progrome an Juden durch die ungarischen Pfeilkreuzler während des Zweiten Weltkriegs erinnert.
Heute sehen wir natürlich die Große Synagoge in der Dohany-Straße,
besichtigen aber auch die Orthodoxe Synagoge in der Kazinczy-Straße von außen
und von innen.
Wir kreuzen durch die engen Straßen und erfahren viele interessante Geschichten.
Den Abschluss findet der Rundgang in einer Ruinenkneipe.
Nach der anstrengenden staubigen Tour steht uns der Sinn nach einem erholsamen Bad. So landen wir im Király-Thermalbad, dessen Bau bereits im Jahre 1565 begonnen wurde. Die Schäden des Zweiten Weltkrieges wurden 1950 beseitigt, das Bad hat jedoch seinen uralten Charme bewahrt.
24.06.2018 • Am Sonntag heißt es früh aufstehen: Wir haben uns mit Judit verabredet, die vor 25 Jahren als Au pair bei uns am Ammersee ein Jahr lang mitgeholfen hat, unsere Kinder zu versorgen. Seitdem haben wir uns nicht mehr gesehen. Nachdem sie in ihrem Heimatort Szombathey keine Arbeit finden konnte, lebt sie nun in Budapest und arbeitet dort für eine deutsche Firma. Wir treffen sie um 9:30 Uhr am zentralen Platz Ferenciek tere und wir erkennen uns problemlos wieder. Zunächst gibt es viel zu erzählen, so dass wir uns erst einmal einen Kaffee gönnen.
Am Ferenciek tere liegt auch das ungarische Bahá’í-Zentrum. Dort werden wir um 17 Uhr am Neunzehntagefest teilnehmen. Bis dahin haben wir Zeit, mit Judit die Stadt kennenzulernen. Toll, dass sie sich so viel Zeit für uns genommen hat!
Gleich am Ferenciek tere sind wir von den imposanten Hausfassaden beeindruckt.
Judit erinnert sich noch gut an uns und zeigt mir gleich die juristische Fakultät mit der daneben liegenden Universitätskirche,
Dann geht es weiter zur Markthalle, die heute am Sonntag natürlich geschlossen hat,so dass wir sie sicher an einem der nächsten Tage noch besuchen werden. Im Untergeschoss hat sich Aldi eingemietet und hat auch am Sonntag geöffnet. Die Versorgung ist damit gesichert.
Beim Spaziergang am Donauufer erklärt Judit uns die Brücken, erzählt uns die Besonderheiten der Stadtteile Buda und Pest, zeigt uns das Gellertbad und empfiehlt uns einen Spaziergang auf den Gellertberg mit der Zitadelle und der Freiheitsstatue. Das hört sich reizvoll an und wir werden sehen, ob wir es die nächsten Tage schaffen.
Lange Zeit warten wir an einer Schiffshaltestelle, weil Judit mit uns stromaufwärts zum Parlament fahren möchte. Schließlich begreifen wir, dass wegen der Flugschau der Schiffs- und Straßenbahnverkehr eingestellt ist. Aber wir finden einen Linienbus, der uns zum Parlament fährt.
Gleich dahinter am Kossutzh Lajos ter steht auch das beeindruckende Gebäude des Völkerkundemuseums, früher Sitz des Obersten Gerichtshofs.
Vom Donauufer am Parlament können wir die Flugschau bestaunen,
bevor wir über die Margaretenbrücke von Pest nach Buda auf die andere Donauseite wechseln und zur Fischerbastei aufsteigen.
Die Treppen sind jedoch schon von den Schaulustigen besetzt, die den Vorführungen der Kamikazepiloten folgen.
Trotzdem schlagen wir uns zur Matthiaskirche durch
und erhalten auch noch einen Überblick über die weiteren Museen und Sehenswürdigkeiten im Burggarten. Ganz besonders wertvoll war für mich der Hinweis auf eine besonders gute Konditorei, so dass wir dem Burgberg sicher auch noch einmal einen Besuch abstatten müssen. Heute geht es jedoch im Sauseschritt die Treppen hinunter zur Elisabethbrücke, und wir erreichen tatsächlich noch gerade pünktlich das Bahá’í-Zentrum.
Zusammen mit etwa 20 Angehörigen der Bahá’í-Gemeinde feiern wir das Neunzehntagefest. Zunächst werden Gebete in ungarischer und englischer Sprache und Berichte aus der frühen Bahá’í-Geschichte gelesen, dann folgt die Beratung, die auf ungarisch oder englisch mit wechselseitiger Übersetzung geführt wird. Die Budapester Bahá’í interessieren sich für die Situation der Gemeinde in München, und so erzählen wir über die große Beteiligung an den Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag Bahá’u’lláhs, die Aufteilung der Münchner Gemeinde in drei Bezirke und die immer zahlreicher werdenden Kinderklassen und Juniorjugendgruppen sowie die unablässige Folge von Studienkreisen und die lebendige Entwicklung in mehreren Nachbarschaften. Nach Berichten über die letzten Sitzungen des Geistigen Rates und weiteren Beratungen ging es über in den geselligen Teil. Hier konnten wir uns mit unserem lieben Freund Navid unterhalten, der vor vielen Jahren München verlassen hat und mit seinem Bruder nach Budapest gezogen ist.
Es ist immer wieder ein erhebendes Gefühl, sich auch in anderen Ländern in der Bahá’í-Gemeinde wie zu Hause zu fühlen. Da stellt sich automatisch Verbundenheit ein: „Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.“ (Bahá’u’lláh). Wir sprechen zwar nicht dieselbe Sprache, aber über dieselben Themen. Wenn Bahá’u’lláhs Forderung erfüllt würde, dass alle Menschen neben ihrer Muttersprache eine weitere gemeinsame Sprache erlernen, eine Welthilfssprache, so könnten wir uns auch ohne Übersetzungshilfen unmittelbar miteinander verständigen.
Im Bahá’í-Zentrum können wir noch ein Portrait von ‘Abdu’l-Bahá bestaunen, das bei seinem Besuch in Budapest gemalt wurde. Das Original des Gemäldes hängt im Weltzentrum in Haifa, aber auch die Kopie in Budapest ist sehr ausdrucksstark
Damit geht ein sehr erlebnisreicher Tag zu Ende und wir fahren zurück zum unserem Wohnmobil, um die viele Eindrücke zu verarbeiten.
23.06.2018 • Gestern haben wir Hévíz verlassen und sind am Nordufer des Plattensees entlang gefahren. Dort wollen wir Bahá’í-Freunde in Alsóörs treffen. Zsuzsa und Gyuszi stellen sich als reizende Gastgeber heraus, die uns mit vielen Tipps versorgen.
Ganz besonders hilfreich war ihre Unterstützung, als ich feststellen musste, dass mein Fahrrad einen Platten hat.
Die von Gyuszi empfohlene Werkstatt hat dies schnell und gut wieder gerichtet.
Nach unserem Besuch in Alsóörs ging es zur Halbinsel Tihany. Sie teilt den Plattensee in einen kleineren nordöstlichen und einen größeren südwestlichen Teil. Bereits 1952 wurde sie zum ersten Naturschutzgebiet Ungarns erklärt.
An einer Badestelle finden wir ein schönes Plätzchen zur Mittagsrast. Während ich mich nach dem Essen erst einmal mit einem ausgiebigen Mittagsschlaf stärke, genießt Beate das angenehm warme Wasser im Plattensee und dreht ihre Runde.
Dominiert wird die Insel von der 1055 gegründeten Benediktinerabtei.
Von hier oben hat mein einen herrlichen Ausblick über den Plattensee.
Die aus Basalt und Schilf erbauten kleinen Häuser erzeugen ein für Ungarn ungewohntes Bild.
Im Übrigen warten Lavendelsouvenirs und Töpferwaren ebenso auf die Touristen wie zahlreiche Gaststätten. Obwohl in Ungarn die Schulferien diese Woche bereits begonnen haben, sind nur wenige Touristen unterwegs.
Mit unserem Wohnmobil stehen wir jedenfalls allein auf dem (kostenlosen!) Parkplatz.
Nach einer ruhigen Nacht auf dem Parkplatz an der Post gleich in der Nachbarschaft von Zsuzsi und Gyuszi fahren wir heute nach Budapest zum Campingplatz Haller. Unterwegs staunen wir über die großen Lavendelfelder und riesigen Sonnenblumenäcker, soweit das Auge reicht. In Budapest will man die Landwirte wohl nicht hereinlassen. Dieses Schild habe ich noch in keinem anderen Land gesehen.
Auf dem Campingplatz merken wir, dass wir in der Stadt sind. Eine Flugschau in der Stadt, bei der die Flugzeuge unter der Donaubrücke hindurch fliegen, macht einen Lärm, dass man meinen könnte, der Krieg wäre ausgebrochen. Nachdem der Campingplatz nebem mehreren Krankenhäusern liegt, ertönen die Sirenen der Krankenwagen unablässig. Und so voll war es noch auf keinem Platz!
21.06.2018 • Gestern haben wir unseren familiären Campingplatz in Pécs verlassen, um zum Thermalbadesee in Hévíz, gleich westlich vom Plattensee aufzubrechen. Zuvor haben wir jedoch noch einmal die Ruhe und ein gutes Frühstück im Freien genossen.
Die Fahrt führte zunächst durch das Mecsek-Gebirge, das wir wohl nur als bewaldeten Höhenrücken bezeichnet hätten, zu den vier Seen bei Orfü. Die Pause dort nutzten wir zur Abkühlung im See Pecsi-tó.
Auf dem Campingplatz Rosengarten in Hévíz fanden wir einen ruhigen Platz im Grünen.
Dann machten wir uns mit unseren Rädern auf, um am Abend den Ort zu erkunden. In den Weinbergen laden viele Restaurants mit gutem Ausblick zum Essen ein, recht schön, wenn auch alles sehr touristisch aufgemacht ist. In der Ortsmitte war es erstaunlich ruhig. Schöne Fotos konnte man wegen der zur Zeit laufenden Straßenbauarbeiten nicht machen.
Heute haben wir dann den Thermalsee (32 Grad C) ausprobiert. Er ist so tief, dass man nicht stehen kann. Mit Schwimmreifen oder -nudeln lässt man sich treiben, weil Bewegung in diesem Wasser den Kreislauf belasten würde. Es sind zwar viele Menschen im Bad, doch ist alles so großzügig angelegt, dass man das Bad trotzdem genießen kann. Hervorzuheben ist auch die ruhige und zuvorkommende Art der Ungarn und die tadellose Sauberkeit der Anlage.
Nach dem Bad war ich, vielleicht auch im Zusammenspiel mit der Hitze (auch die Luft im Schatten war über 30 Grad), völlig erschöpft und musste mich erst durch einen mehrstündigen Mittagsschlaf erholen. Dann ging es mit dem E-Bike zur nächstgelegenen Stadt Keszthely am Plattensee. Auch hier waren wir überrascht, so wenig Touristen zu begegnen, obwohl die Schulferien in Ungarn diese Woche bereits begonnen haben. Die besondere Sehenswürdigkeit dieser Stadt ist das Barockschloss aus dem Jahre 1745.
Mit einem Bummel über die Strandpromenade und einem kleinen Abendessen an einem Strandkiosk haben wir den Tag ausklingen lassen.
Für mich gab es Zanderfilet (war aber wohl doch nur frittierter Seelachs) mit Limonade, für Beate Langos (Fladenbrot).
19.06.2018 • Seit gestern sind wir also in Pécs. Eine wunderschöne Stadt, die wir zunächst mit einem Touristenzug erkundeten.
Heute haben wir uns dann alles von einer netten Stadtführerin erläutern lassen.
Die Stadt im Süden Ungarns wurde wegen ihres spätrömischen Friedhofs aus dem 4. Jahrhundert im Jahr 2000 in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. Unter römischer Herrschaft hieß sie zunächst Sopianae, später wegen ihrer fünf bedeutenden Kirchen Quinque Ecclesiae. Die frühchristliche Basilika war Vorfahrin des im 11. Jahrhundert errichteten Doms.
Bischofspalast
Bischöfliche Bibliothek
Blick vom Domplatz
Schon 1367 wurde in Pécs die älteste ungarische Universität gegründet.
1543 eroberten die Osmanen die Stadt, bauten die ersten Thermalbäder und wollten den Dom in eine Moschee umwandeln. Diese wurde jedoch von den Bewohnern nicht angenommen, so dass Pascha Gazi Kasim 1546 am zentralen Platz in Pécs aus den Steinen einer dort abgerissenen Kirche eine Moschee errichtete.
Sie ist das größte islamische Gebäude in Ungarn, nach der Vertreibung der Osmanen im Jahre 1686 durch die habsburgische Armee mit deutscher und polnischer Unterstützung wurde sie jedoch dem Jesuitenorden übergeben, der die Moschee in ein christliches Gotteshaus umwandelte und über der Gebetsnische ein Kreuz aufhängte. Bis heute wird das Gebäude, das durch einen modernen Anbau erweitert wurde, als katholische Kirche genutzt.
Lediglich die Moschee des Pascha Jakowali Hassan blieb als einziges Gebetshaus aus der Zeit der Türkenherrschaft unbeschädigt erhalten und steht auch heute noch den Muslimen als Gebetsstätte zur Verfügung. Wie uns erzählt wurde, will jedoch der ungarische Präsident auch diese Moschee schließen. Ihr Vorbau beherbergt unter dem Titel „Der Weg zu Allah“ eine sehenswerte Ausstellung über die Pflichten eines Moslem.
Juden lebten bereits vor der osmanischen Eroberung in Pécs. Nach deren Abzug konnten sich Juden wieder ansiedeln. Die erst 1869 fertig gestellte Synagoge dient auch heute noch der kleinen jüdischen Gemeinde als Gebetshaus.
Unter habsburgischer Herrschaft zogen auch viele Deutsche in die Stadt, die nunmehr Fünfkirchen genannt wurde. Deutsche stellen in Pécs bis heute die größte Minderheitsgruppe dar.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr die Stadt bedeutenden Aufschwung durch den Eisenbahnbau, Kohlebergbau und Gründung von Fabriken wie z. B. der Zsolnay Porzellanfabrik. Miklós Zsolnay hatte angeboten, dass er zu Ehren seines Vaters, des Fabrikgründers Vilmos Zsolnay der Stadt einen Zierbrunnen schenkt. Dieser steht nun seit 1930 vor der Kirche der Barmherzigen Brüder. Sein Material ist Pyrogranit, wobei die Zierelemente mit gelblich-grüner Eosinglasur überzogen sind. Der einen Ochsenkopf darstellende Sprudel ist zu einem Symbol von Pécs geworden.
Rund um den Szechenyi-Platz wurden repräsentative Gebäude errichtet, etwa von der ungarischen Bank – dies ist nun ein Verwaltungsgebäude:
oder von der Hotelkette Palatinus. Das Gebäude steht leider leer, weil die notwendigen Investitionen für eine Renovierung zu hoch sind. Verkaufen will die Hotelkette jedoch wohl nicht, um diesen Platz nicht der Konkurrenz zu überlassen.
Auch das Rathaus ist hier zu finden:
Rund um den Platz gibt es in den kleinen Straßen seit eh und je viele Geschäfte, heute auch einladende Cafes und Restaurants.
17.06.2018 • Nachdem gestern das Internet ausgefallen war, kann ich erst heute von userer Radtour auf dem Drau-Radweg nach Ormož berichten.
Auch dieser Radweg verläuft nur am Anfang entlang der Drau. Trotzdem sieht man sie kaum. Entweder führt der Radweg unten am Deich entlang (das Befahren des Deiches ist verboten) oder die Bepflanzung zwischen Radweg und Drau ist so dicht, dass man nicht hindurchsehen kann. So bleibt die Fahrt durch manche ansehnliche Siedlung. Alles sehr sauber und gepflegt, am Samstag ist offenbar allgemeiner Rasenmähtag. Ein Rasen gepflegter als der andere. Zwischen Formin und Mihovci pri Velika Nedelja wollte man uns etwas gutes tun und hat den Radweg neu gekiest. Allerdings hat man den Kies locker aufgeschüttet, so dass wir alle Mühe hatten, hindurch zu kommen. Für den Rückweg entschieden wir uns dann doch lieber für die recht stark befahrene Straße. Sehenswert war eigentlich nur die Burg Großsonntag in Velika Nedelja.
Der Ort Ormož empfing uns recht verschlafen, selbst das Schwimmbad war geschlossen. Immerhin konnten wir uns im dortigen Restaurant mit Chickenburger und Fladenbrot mit Kaymak stärken. Sehenswürdiglkeiten haben wir keine entdeckt, aber die Ortsmitte war recht schön gestaltet.
Nach der Radtour war das Bad in der Therme Ptuj eine Wohltat für die müden Beine.
Heute brachen wir dann auf zurück nach Ungarn. Der Regen hatte sich dort verzogen und unserer Fahrt nach Pécs stand nichts mehr im Wege. Auf der Fahrt fielen uns die ungewöhnlich großen Felder auf, auf denen Getreide, Kartoffeln oder Mais angebaut wird. Das ist wohl die Folge der Verstaatlichung der landwirtschaftlichen Flächen und die Errichtung von Agrarkooperativen nach dem 2. Weltkrieg. Auch wenn zwischenzeitlich landwirtschaftliche Flächen wieder als Privateigentum erworben werden können, haben davon nur einige wenige Großgrundbesitzer profitiert. Ansonsten fährt man durch ein Straßendorf nach dem anderen, alle nach dem gleichen Muster. Im wesentlichen nur Wohnhäuser, vielleicht noch eine Kirche, nur sehr selten einmal Einkaufsmöglichkeiten oder gar ein Restaurant. Links und rechts der Straße verläuft ein tiefer Graben zur Straßenentwässerung, über den die Zufahrten zu den Häuser durch Brücken ermöglicht wird.
In Pécs haben wir ein stilles Plätzchen auf einem Campingplatz mitten in der Natur erwischt. Weil jedoch Äste an einer Laterne rieben und dabei einen unausstehlichen Lärm verursachten, habe ich mich erst einmal mit Leiter und Säge der Campingplatzbetreiber bewaffnet und dem Lärm ein Ende bereitet. Nun hören wir nur noch Vögel und Frösche.
15.06.2018 • Bei angenehm warmen, teils auch sonnigem Wetter machen wir uns heute auf dem Drauradweg auf nach Maribor. Ein wenig enttäuscht sind wir schon, hatten wir uns doch einen idyllischen Weg entlang der Drau vorgestellt. Stattdessen geht es weitgehend auf vielbefahrenen Straßen, weit weg von der Drau.
In Maribor angekommen fahren wir gleich auf den Aussichtspunkt „Pyramide“. Die Stadt liegt uns nun zu Füßen.
Ganz in der Nähe findet sich die Basilika der Mutter der Barmherzigkeit, auch kurz Franziskanerkirche genannt, ein Werk des Wiener Architekten Richard Jordan.
Besonders schön ist es jedoch im ältesten Stadtteil Lent am Drauufer. Am 22. Juni beginnt hier ein internationales multikulturelles Festival, an allen Ecken werden bereits Bühnen aufgebaut. Hier kann man schön am Drauufer sitzen und einen Kaffee genießen. Auch wir legen hier eine Pause ein.
14.06.2018 • Nachdem für ganz Ungarn in den nächsten Tagen Regen angesagt ist, haben wir uns kurzentschlossen ins ca. 80 km entfernte Ptuj nach Slowenien abgesetzt. Von unserer Fahrt im vergangenen November kannten wir den Campingplatz am Thermalbad ja schon.
So haben wir uns vorgenommen, diesmal die nähere Umgebung über den Drauradweg zu erkunden.
Heute haben wir uns aber erst einmal in aller Ruhe die älteste Stadt Sloweniens angeschaut. Aus dem 2. Jahrhundert existiert noch der Grabstein des Stadthalters Marcus Valerius Verus (vorne links vor dem Stadtturm).
Ansonsten sind die Gassen der Altstadt hübsch anzusehen und dort finden sich – was für mich wichtig ist – auch einige Eisdielen.
Im Juli zeigt Ptuj auf dem Kunstfestival ART STAYS in 10 Ausstellungen Werke von mehr als 60 Künstlern, wir mussten uns heute mit der Ausstellung in der Mihelič Galerie begnügen. Neben den grafischen Arbeiten des slowenischen Künstlers France Mihelič (1907-1998) werden zeitgenössische Bilder zahlreicher slowenischer Künstler ausgestellt.
11.06.2018 • Bei 30 Grad im Schatten schwingen wir uns heute auf unsere E-Bikes und fahren über die Grenze nach Slowenien, um vom Aussichtsturm „Vinarium Lendava“
die Rundumsicht in die 4 Länder Ungarn, Slowenien, Kroatien und Österreich zu genießen.
Angesichts der Temperaturen haben wir den Aufzug statt die 240 Treppenstufen benutzt, um auf die 53 m hohe Aussichtsterrasse zu gelangen. Leider war es etwas diesig, so dass wir z. B. den Plattensee nicht erkennen konnten. Von hier oben lassen sich die Unterschiede der vier Länder nicht erkennen, getreu dem Ausspruch von Bahá’u’lláh: „Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.“
Anschließend ging es zum Schloss Lendava,
um dort eine Marc Chagall Ausstellung zu bewundern.
Dann war aber eine Pause angesagt!
Zurück ging es dann über alte Schmugglerwege entlang des ehemaligen „Eisernen Vorhangs“.
Vom eisernen Vorhang ist heute nichts mehr zu sehen, stattdessen grasen friedlich die Schafe.