Unsere Fahrt Richtung Portugal führt uns heute zunächst noch zur Laguna de la Fuente de Piedra, wo wir bei einem Spaziergang Flamingos und viele andere Vogelarten beobachten können.
Dann geht es weiter in den Naturpark El Torcal. Mit seinen außergewöhnlichen Karstformationen gehört der Park zu den beeindruckendsten Landschaften Spaniens.
Auf dem dortigen Parkplatz finden wir einen ruhigen, wenn auch windigen Übernachtungsplatz.
Die Römer bauten in der iberischen Stadt, die sie Artigi nannten, im ersten vorchristlichen Jahrhundert das erste nachgewiesene Thermalbad, das wir natürlich auch testen wollten. Das alte Bad ist nun Teil eines Hotels, das jedoch leider geschlossen hatte. Aber außerhalb gibt es frei zugängliche Becken mit heißem Thermalwasser, in denen wir uns aufwärmen und von der Reise erholen konnten.
Die Fahrt von Granada nach Antequera verläuft durch eine bezaubernde Landschaft mit Blick auf blühende Mandelbäume, Olivenbaumplantagen und schneebedeckte Berge.
Am Abend fanden wir einen guten Übernachtungsplatz in Antequera auf dem kostenlosen Wohnmobilstellplatz am Stadion. Der Rundgang durch die Stadt am Abend hatte seinen besonderen Reiz.
Wir grüßen alle unsere Freunde zu Naw-Rúz und wünschen ein friedliches und freudvolles neues Jahr.
Das Naw-Rúz- Fest, vom Báb als Tag Gottes bezeichnet, markiert die Vollendung des Fastenmonats und den ersten Tag „Bahá“ des ersten Monats „Bahá“ des neuen Bahá’í-Jahres. Naw-Rúz fällt auf die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche, wenn die Sonne beide Hemisphären in gleicher Weise erhellt und ihr Licht die ganze Erde erreicht. So symbolisiert dieses Fest das Prinzip der Erneuerung und den Anbruch der geistigen Frühlingszeit, in der durch das Kommen von Gottes Boten Sein Wort in des Menschen Herz gepflanzt wird. ‚Abdu’l-Bahá bezeugt: „Als die Sonne der Wirklichkeit ihre unendlichen Gaben vom Aufgangsort aller Sehnsucht ausströmte, als dieses heilige Licht die Welt des Seins von Pol zu Pol erleuchtete, da warf diese Sonne ihre Strahlen mit solcher Kraft hernieder, dass sie das schauerliche Dunkel für alle Zeiten tilgte. […] Dann brach der strahlende Morgen an, und mit ihm kam die Botschaft großer Freude. Die göttliche Frühlingszeit errichtete ihre Zelte in dieser bedingten Welt, so dass alle Schöpfung hüpfte und tanzte. Die welke Erde brachte unsterbliche Blüten hervor. Der tote Staub erwachte zu ewigem Leben…“ (Briefe und Botschaften, 2:12)
Aurora war Gastgeberin des Naw-Rúz-Festes in Granada, das wir heute Abend besuchen durften. Aus Granada und der näheren Umgebung kamen viele Freunde, jung und alt, die trotz Bedenken von Aurora doch alle einen Platz in ihrem Wohnzimmer fanden. Nach der schönen Andacht, in der Texte aus den Bahá’í-Schriften in verschiedenen Sprachen gelesen wurden und die Kinder auch Gebete sangen, herrschte eine lebhafte kommunikative Atmosphäre. Auch wenn die von Bahá’u’lláh geforderte Welthilfssprache noch nicht eingeführt wurde, waren wir doch froh, uns mit vielen Freunden in englischer Sprache austauschen zu können. Ganz besonders lange habe ich mich mit Jadi unterhalten.
Die Alhambra gilt als eines der bedeutendsten Beispiele des maurischen Stils der islamischen Kunst und ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas und seit 1984 Weltkulturerbe. Der Gesamtkomplex der Alhambra kann grob in vier Teile unterteilt werden: Der Generalife außerhalb der Festungsmauern, die Medina, die Paläste der Naṣriden und die Alcazaba (Zitadelle). Wir haben uns auf den Generalife, den Sommerplalast mit seinen wunderschönen Gartenanlagen, sowie die Naṣridenpaläste und den Palast Karls V. beschränkt.
Granada liegt auf 734 m Seehöhe und ist entsprechend kalt. Am Abend treffen uns sogar ein paar Schneeflocken und in der Nacht haben wir Frost. Das ist so gar nicht das, was wir zum Überwintern in Spanien erwartet haben. Alle erzählen uns, dass es der kälteste, nassesteste und stümischste Winter seit langem sei.
Tagsüber können wir trotzdem mit ein paar Sonnenstrahlen die laute und tzrubelige Stadt erkunden. Mit über 230.000 Einwohnern ist es halt kein Bergdorf mehr. Seit 500 v. Chr. ist dieser Ort besiedelt, nach den phöniziern, Iberern, Römern kam das Gebiet zunächst unter den Einfluss des nordafrikanischen Reichs der Vandalen, stand nach dessen Zusammenbruch 534 für einige Jahrzehnte unter oströmischer Herrschaft und gehörte dann seit Beginn des 7. Jahrhunderts zum iberischen Reich der Westgoten. Im Jahr 711 wurde die Stadt von den Mauren erobert, nach dem Untergang des Kalifats von Córdoba ergriff 1012 der berberische Clanchef Zāwī ibn Zīrī die Macht in der Provinz und machte Granada zum Sitz der Dynastie der Zīrīden, die von hier aus etwa 80 Jahre lang über eines der bedeutendsten Kleinkönigreiche des südlichen Al-Andalus herrschte, bis sie 1090 von den Almoraviden gestürzt wurde. Nach der Vertreibung der Almohaden wurde die Stadt von 1238 bis 1492 Hauptstadt des Sultanats der Naṣriden. Im Jahr 1066 kam es zum Massaker von Granada, bei dem ein Mob einen jüdischen Wesir sowie den Großteil der jüdischen Bevölkerung der Stadt ermordete; die Bluttat wird als das erste Pogrom auf europäischem Boden angesehen. Am 2. Januar 1492 kapitulierte der letzte naṣridische Herrscher Muhammad XII. (auch Boabdil genannt) und übergab die Stadt an Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragón, die so genannten „Katholischen Könige“ (Reyes Católicos). Damit war die Reconquista, die „Rückeroberung“ der iberischen Halbinsel für das Christentum, abgeschlossen. Im Jahre 1499 wurde auf Geheiß des Erzbischofs Jiménez de Cisneros von Toledo auf dem Marktplatz von Granada ein Scheiterhaufen errichtet, um Bücher zur islamischen Theologie, Philosophie, Geschichtsschreibung und Naturwissenschaften zu verbrennen. Im Laufe dieser Ereignisse kam es zu einem eintägigen Pogrom gegen alle Nichtchristen, dem vor allem Juden zum Opfer fielen. Nach Aufständen der in Spanien verbliebenen Muslime, der sogenannten Morisken (span. Moriscos), gegen die Unterdrückung (Verbot der Religionsausübung, Enteignung) durch die neuen Herrscher wurden sie in den Jahren 1569–1571 erst in andere Teile der iberischen Halbinsel zwangsumgesiedelt und 1609–1611 nach Afrika vertrieben. Heute leben in Granada ca. 15.000 Muslime, von denen 1000 bis 1500 spanische Konvertiten sind.
In diese bewegten Geschichte taucht man ein, wenn man Granada, vor allem Albaicín, das ehemalige maurische Wohnviertel, Weltkulturerbe der UNESCO, besichtigt.
Nach einem ausgiebigen Bummel durch Nerja und einer schönen Pause am Strand verabschieden wir uns von unseren Freunden in Nerja. Ana, die vor 25 Jahren durch Rüdiger in Liechtenstein den Bahá’í-Glauben kennengelernt, sich mit unseren Freunden Monika und Faramarz in Baden Baden in de Lehren Bahá’u’lláhs vertieft und heute vor genau 25 Jahren den Bahá’í-Glauben angenommen hat, möchte dies mit einer Andacht würdigen. Wir sind ebenfalls eingeladen und haben dabei die Gelegenheit, uns von unseren neuen Freunden Thomas, Neda und Shahab, Robert und natürlich Ana mit ihrem Sohn Adrian und seiner Freundin zu verabschieden. Es war wieder ein wunderschöner Abend. Vielen Dank, Ana!
Das Dorf Otivar selbst liegt direkt an der alten Handelsstraße zur Provinzhauptstadt Granada, 60 km entfernt. Der „Camino de las Cabras“, wie die alte Straße immer noch genannt wird, führt über einen atemberaubenden Pass direkt in die ehemalige maurische Königstadt. In anderer Richtung erreicht man das Meer und die Stadt Almunecar, 13 km entfernt. Das alte Dorf liegt an einem Berghang mit Blick in das schöne Tal durch das der Rio Verde fließt. Geht man durch die engen steilen Gassen, fühlt man sich in eine andere Welt versetzt.
Trotz der Enge fahren Autos vor bis zur ersten Treppenstufe:
Wir gehen vom Dorf aus steil hinunter durch die Obstanbauplantagen ins Tal des Rio Verde.
Wie heißen diese Früchte?Von dort oben sind wir hinabgestiegen – und müssen anschließend wieder hinauf!
Beate hat sich soweit erholt, dass wir einen ersten Ausflug mit dem Wohnmobil unternehmen können. Es geht in die Alpujarras, an den Südhang der Sierra Nevada.
Erster Stopp ist in Lanjarón auf 725 m Höhe, dem Abfüllort des in ganz Spanien bekannten Mineralwassers „Lanjarón“. Wir besuchen den Kurpark, der üppig bewachsen ist und den Wasserreichtum dieser Stadt widerspiegelt:
Nächster Halt ist Pampaneira auf 1060 m Höhe, ein Webereizentrum für die Produktion farbiger Decken.
Die weißen, kubusförmigen Häuser mit Flachdächern ziehen sich terrassenförmig die Hänge hinauf und sind durch enge, steile Gassen verbunden.
Das Dorf ist so schön, dass wir etwas zu essen einkaufen und vor der Kirche Rast machen.
Weiter geht es dann in die höchst gelegene Gemeinde Spaniens nach Trevélez auf 1476 m, vor dem schneebedeckten Mulhacén, mit 3492 m höchster Berg des spanischen Festlandes . Hier wird der Serranoschinken luftgetrocknet. Die Bergluft ist wirklich wunderbar zu atmen und wir beschließen, auf dem hiesigen Campingplatz über Nacht zu bleiben.